Uniform: Kommunikation, Emotion, Innovation

Mitarbeiterkleidung nimmt heute eine wichtige kommunikative Aufgabe war. Früher noch rein zweckgebundene Berufskleidung (das schwarz/ weiß einer Restaurantfachkraft, eines Servicemitarbeiters) übernimmt die Mitarbeiterkleidung heute eine Fülle von Zusatzaufgaben:

 

  1. Orientierung, visuelles Leitbild: Uniformfarben und Schnitte ordnen Mitarbeiter einer bestimmten Marke zu. Klare Zuordnung schafft Sicherheit, Hemmschwellen werden abgebaut.
  2. Imagetransfer: Geschlossenes Markenbild, der Mensch identifiziert sich durch das tragen der Uniform mit der Marke. Die individuelle Ausstrahlung des Mitarbeiters überträgt sich als positive Gefühlswahrnehmung auf die Gäste und auf die Kollegen. Das Markenbild wird positiviert und nachhaltig beeinflusst
    Technologiebewusstsein: Affiner Umgang mit High-Tech-Textilien aus dem Nanobereich transferieren up to date Technologie und Trends auf Marke und Produkt des Kunden.
  3. Hoher Tragekomfort, Knitterresistenz, Schmutz abweisende Oberflächen etc. sorgen für positive Trageerlebnisse. Die positive Grundhaltung überträgt sich spürbar auf das allgemeine Verhalten. Gast erkennt gute Laune = gutes Produkt = gute Marke
  4. Know-how, ökologisches Selbstverständnis, von der Natur lernen:
    Know-how aus der Bionik gewonnen, wird bei Textilien erfolgreich angewendet (Lotus-Effekt). Umweltverträglich und Ressource-schonend.
    Hersteller wie Mercedes Benz denken in die gleiche Richtung: „Bionik Car“, abgeleitet vom Koffer-Fisch.
  5. Kosten-Nutzen-Effekt: Mitarbeiterkleidung aus modernsten Hightech-Materialien und individuellem Design sind in der Anschaffung teurer. Längere Haltbarkeit, geringerer Abrieb und Verschmutzungsgrad und höherer Tragekomfort gleichen den Einkaufspreis mehr als aus.

 

„Sagen Sie nichts – Ihre Uniform spricht Bände!“
So begrüßte einst Coco Chanel eine Hotelangestellte, die in ein enges mehrlagiges Kostümchen gezwängt war und dennoch versuchte, Konversation zu machen. Immerhin gehörte zum Stil des Hauses ein verbindlicher Ton den Gästen gegenüber. Doch an diesem Sommertag war es heiß, das Haus ausgebucht, die Klimaanlage noch nicht erfunden, und den Angestellten blieb in ihren makellosen Uniformen buchstäblich die Luft weg. Leider ist über den Imagewert von in Ohmnacht fallendem Hotelpersonal nichts überliefert ...

 

Sommer 2006, früher Abend, 38 Grad im Schatten.

Man trifft sich zur Abschlussveranstaltung eines mehrtätigen Kongresses. Die Innenstadt ist brütend heiß. Auch hier begrüßen uniformierte Menschen ankommende Gäste. Und die denken sich ihren Teil. „Wie kann dieser Mann so unverschämt gut drauf sein? Er arbeitet seit Tagen hier. Man müsste es seiner Kleidung ansehen, doch das Gegenteil ist der Fall. Der Mann wirkt frisch wie der Frühling, die Kleidung makellos. Wie das?“

 

Kleidung als nonverbales Kommunikationsmedium
Eine Uniform hat eine Funktion. Sie sendet Botschaften, dokumentiert Zugehörigkeit oder Abgrenzung, lässt Unterschiede verschwinden oder hebt sie hervor. Farbe, Form, Stil und Schnitt einer Uniform geben Auskunft darüber, zu welchem Unternehmen sein Träger gehört, welche Marke er repräsentiert. Sie schafft Orientierung und Identifikationsmöglichkeiten. Kurz: Eine Uniform sendet visuelle Signale.

Doch neben dem Sichtbaren geht es – wie so oft beim Thema Event – um Emotionen. Auch das Befinden des Trägers wird „gesendet“. Konsequenz: Die Kleidung sieht nicht nur aus, sondern sorgt für ein bestimmtes Gefühl. Zuerst beim Träger. Je wohler der sich in seiner zweiten Haut fühlt, umso positiver seine individuelle Ausstrahlung. Sprich, die Art, wie er von den Gästen wahrgenommen wird. Was direkt und unmittelbar auf den Gastgeber, die Marke und den Kunden zurückfällt. Eigentlich logisch. Umso verblüffender, dass dieses Detail so selten seinen Weg in die Eventkonzeption findet.