Flora 2005: Raum-Lichtinstallation

 

 

Das Erfahrungsfeld der Sinne

Woraus sind Emotionen gemacht?

 

„Alte Philosophen sagen: Wenn ich gegen einen Felsen trete und mein Zeh tut weh, dann ist das wirklich. Es fühlt sich real und lebendig an, was bedeutet, es ist Realität. Doch es ist trotzdem ein Erlebnis und nur real in der Wahrnehmung der Person.“
 
Dr. Andrew B. Newberg, Ph. D, Assistenzprofessor der Radiologie und Physiker der Nuklearmedizin an der Universität von Pennsylvania

 

Wahrgenommenes existiert, ist wirklich und wird daher zu Erinnerung. Nicht Wahrgenommenes, nicht Gefühltes, nicht Empfundenes ist unwichtig, wird nicht in unserer Erinnerung archiviert. Existiert es demzufolge nicht?

 

Ein Event ist nicht nur ein sorgfältig inszeniertes Ereignis. Es ist ein Katalysator für zahllose Einzelinformationen. Es verwandelt Informationen in Empfindungen: Der Eintrag im Terminkalender verwandelt sich in fühlbare Erinnerungen, ein Briefing wird zu einer Erlebnissequenz, Programminhalte verwandeln sich in Fotostrecken oder Fernsehminuten. Aus einer abstrakten Idee entsteht Emotion, aus einem Konzept werden Aktionen und Erlebnisse, aus einer Einladung wächst Motivation. So weit, so planbar.

 

Nur, wie entsteht dieses Gutfühlen, welches dem bewussten Gedanken übergeordnet ist und dafür sorgt, dass ein Ereignis nachhaltig positiv aufgeladen wird? Ist dieses Gefühl ein Zufallsprodukt oder das Ergebnis intelligenter Planung? Ist es vielleicht die Macht der Bilder, die ein Event zum Erlebnis werden lässt?

 

+++ Grundsatzfrage! Der Event oder das Event? Laut Duden ist beides korrekt. Wir halten uns an eine Germanistikregel, nach der bei eingedeutschten Begriffen der Artikel der Übersetzung gilt. Also die Location, weil die Örtlichkeit – und das Event, weil das Ereignis. +++

 

 

Jedes Neugeborene sieht. Und zwar bevor es einen anderen Sinn benutzen kann. Auch in späteren Lebensphasen bleibt der visuelle Eindruck stets der schnellste, direkteste. Visuelle Wahrnehmungen prägen die Erinnerung an jeden Tag unseres Lebens. Sie sind in unserem Gedächtnis verankert und liefern uns den Beweis dafür, dass wir existieren. Dass wir die Augen offen gehalten haben. Doch Bilder haben einen Schönheitsfehler: Sie schmecken nach nichts, fühlen sich nicht an, lassen sich nicht anfassen. Sie allein können es also nicht sein, die für nachhaltig gutes Gefühl sorgen.