Null Toleranz - Mehr Sonne für Deutschland

pmg unplugged, oder: Das wahre Leben findet auf der Straße statt.

 
Sie haben es längst gemerkt: Wir sind keine Dekorateure, sondern arbeiten gerne und bewusst mit Räumen. Die technische Perfektion unserer Veranstaltungen und Inszenierungen liegt uns am Herzen. Weshalb wir oft Neues ausprobieren, visuelle und akustische Experimente durchführen und technische Innovationen wie das 360 Grad Hexagon und andere ungewöhnliche Projektionsflächen und Bühnenelemente in die Events einbinden.

 

Doch es gibt noch eine alternative Art der Inszenierung. Sie funktioniert ohne digitale Speichermedien, ist unberechenbar, spannungsreich für Akteure und Zuschauer und gerade deshalb höchst effektiv. Viele nennen es Street Promotion. Für andere heißt es Guerillamarketing. Wir nennen es ganz nüchtern „Mehr Sonne für Deutschland".

 

Opel legt ein neues Cabrio auf. Der fesche Astra Twintop soll im Juni 2006 in der Landeshauptstadt Berlin aufmerksamkeitsstark vorgestellt und die „Generation Golf“ dadurch zum oben ohne Fahren animiert werden. Ein Cabrio promoten? Vor dem Brandenburger Tor? Im Sommer? Nichts leichter als das.

 

Sollte man meinen. Doch was tun, wenn der Sommer statt der geplanten Sonne einen halben Meter Neuschnee vom Himmel schickt? Das kuriose Wetter sprengt nicht nur die Statistiken der Wetteraufzeichnungen, sondern bringt auch höchst Unsommerliches wie Norwegerpullis und Schneeketten ins Straßenbild zurück und lässt der Gedanken ans Offenfahren absurd scheinen. Veranstaltung absagen? Kommt nicht in Frage. Wenn Dir jemand Zitronen schenkt, mach Limo draus. Und wenn der Sommer keiner ist, dann greifen wir eben zum plakativsten und bewährtesten Mittel der freien Meinungsäußerung im demokratischen Deutschland: wir demonstrieren.

 

...und nun: der Wetterbericht!
„Experten aller Tempozonen sind sich einig: Deutschland muss sonniger werden. Nördlich und südlich des Weißwurstäquators. Deshalb engagieren wir uns für konsequente Aufklärung. Gegen Schlechtwetterberichte, für mehr Offenheit. Zwar ist der morphogenetische Kausalzusammenhang zwischen erhöhter Cabrionutzung und einem expotenzial ansteigenden Frohsinnsquotienten bislang nicht zweifelsfrei nachweisbar. Es gibt jedoch gute Gründe, jetzt zu handeln! Schätzungen zufolge werden sonnige Fortbewegungsarten wie Astralreisen, gerne auch im Zusammenhang mit frühlingshaften Astralprojektionen, in Kürze das klassische Allwettergolfen ablösen!“

 

Unsere Forderungen:

  • Vollbeschäftigung für Sonnenschirme, Flipflops und Gartengrills.
  • Reduzierung der Wolkenquote auf max. 20% Selbstbräuner statt Weißwurst (außer München)
  • Cabriowetter auch bei Nichtaufessen (1 Portion pro Teilnehmer)
  • Eis nur in der Waffel, nicht auf dem Dach (auch nicht im Wetterbericht)
  • Frustschutz bei Winterdepression und Schlechtwetterallergie
  • Zuchtverbot für den gemeinen gelben Ostfriesennerz (inkl. Hamburg)
  • Spontanwegfahren von November bis März  (evtl. vorher fragen)
  • Blendschutz für weiße Winterbeine (rasieren ist keine Entschuldigung)
  • Freiluftbüro für alle Waffenschein für Knirpse (Stockschirme optional)
  • Respektvolles Miteinander im Freibad (weg da, du Eiszapfen!)
  • Anerkennung der Sonnenanbeter als Glaubensgemeinschaft

Fazit:

Der neue Opel Astra Twintop wurde im Juni 2006 nicht einfach nur der Öffentlichkeit vorgestellt. Sondern avancierte zum sympathischen Botschafter der „Mehr-Sonne-für-Deutschland“-Bewegung, deren Ziele dank einer hohen Medienpräsenz bei der Demonstration auch tagesaktuell von Berlin aus in die Wohnzimmer im übrigen Deutschland transportiert wurden. Kann es ein schöneres Marktdebüt für ein Cabrio geben?