Von Kofferfischen, Tannenzapfen und Nanotechnologie

Die Natur erkennen, respektieren und adaptieren, so lautet die Wegbeschreibung, die beim Automobilhersteller Daimler Chrysler zum „Bionik Car“ führte. Einem Auto, das in Form und Design dem Kofferfisch verblüffend ähnlich ist. Dieser ist auf den ersten Blick so ziemlich das Gegenteil eines schnittigen Meeresbewohners, er wirkt behäbig und unförmig. Doch gerade aufgrund seiner gewöhnungsbedürftigen Strömungsverhaltens kann sich dieser Fisch äußerst energiesparend vorwärts bewegen – was auch für das „Bionik Car“ gilt.

 

Die Natur erkennen, respektieren und adaptieren, diesen Weg geht auch Claudine Brignot mit ihrem Label Urban Speed Modedesign. Ihr Werkstoff: Nanotextilien. Das Besondere: Parameter wie Tragekomfort, Knitterresistenz oder eine schmutzabweisende Textur sind feste Bestandteile des Designs, und das auch noch nach vielen Waschvorgängen.

 

+++ „Nanotechnologie ist die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts.

Durch Nanotechnologie lassen sich völlig neue Funktionen für den Endanwender auf Textilien übertragen. Insofern gehört der Nanotechnologie, nicht nur auf Textilien, die Zukunft.“  Dr. Jan Beringer, Leiter Kompetenzzentrum „Intelligente Textilien der Abteilung Textile Dienstleistungen & Innovationen“ der Hohensteiner Institute +++

 

Nanotextilien sind selbstreinigend. Denken wir an die üblichen Verdächtigen eines Events, wie Ketchup, Honig, Kaffee oder Rotwein. Sie hinterlassen keine Flecken, sondern perlen spurlos ab. Umso bleibender sind die Eindrücke, die diese Textilien hinterlassen. Der Träger wirkt entspannt, weil er sich nicht vor Flecken fürchten muss. Er fühlt sich frisch, weil die bionische Klima-Membran für ein optimales Klima auf der Haut sorgt – bei jeder Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Auch für diese Technik gibt es ein Vorbild in der Natur. Diesmal nicht im Meer, sondern im Wald. Tannenzapfen. Der Prototyp einer perfekten Klimamembran. Weil er seine einzelnen Schuppen, unter denen die Samen verborgen sind, je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit öffnen und schließen kann. Genau so arbeitet die Klima-Membran der Nanotextilien. Bei hohen Temperaturen mit Feuchtigkeitsentwicklung öffnet sich die Struktur der Klimamembran. Wärme kann nach außen entweichen, der Uniformträger fühlt sich frisch und sauber. Umgekehrt bei Kälte oder in Ruhepausen: Durch die geringere Feuchtigkeitsentwicklung schließt sich die Struktur der Membrane und hält die Wärme am Körper. Frösteln wird wirkungsvoll verhindert. Und die gefürchtete Après-Event-Erkältung, ausgelöst durch abrupten Klimawechsel, kann gar nicht erst entstehen.

 

Übrigens: Nanotextilien können weniger oft und bei niedrigeren Temperaturen gewaschen werden. Ergebnis: Weniger Energie- und Wasserverbrauch, weniger Verschleiß, weniger Kosten für Ersatzuniformen. Was den erhöhten Anschaffungspreis gegenüber Billig-Materialien mehr als ausgleicht.

 

Unbezahlbar ist dabei eigentlich nur eines: der Imagegewinn, den makellos gekleidete, ausgeglichene und motivierte Mitarbeiter für den Gastgeber eines Events bewirken...